Ausgangspunkt meiner Arbeit ist die Wahrnehmung meiner unmittelbaren Umgebung, in den letzten Jahren vor allem des urbanen Raums. Risse in Straßen und Fassaden, Schatten und Reflexionen, Kratzer, Baustellen-Markierungen oder das Übermalen von Graffiti – Spuren, die von Handlungen und Begegnungen erzählen. Mich interessiert, wie solche Linien und Flächen entstehen und was sie über unser Verhältnis zur Umwelt verraten. Sie erzählen von Wegen, von Zeit und von Wechselwirkungen zwischen Mensch, Material und Umgebung.
Diese oft unscheinbaren Einschreibungen prägen meine Bildwelten, auf Keramik ebenso wie auf Papier oder Leinwand. Meine Arbeiten bewegen sich zwischen reduzierten Formen, zurückhaltenden Farbnuancen und abstrakten Linien. Im Fokus steht dabei die Übersetzung alltäglicher, oft übersehener Phänomene in eine ruhige, konzentrierte Bildsprache.
Als Autodidaktin ist es mir ein Anliegen an Materialien und Techniken spielerisch heranzugehen. Im Bauingenieurwesen waren Regeln sehr wichtig, jetzt lerne ich sie abzulegen. Eine wichtige Inspiration sind dabei Kinder: ihre unmittelbare, nicht wertende Herangehensweise erinnert daran, wie frei Wahrnehmung sein kann.
Zentrale Fragen, die mich begleiten: Welche Geschichten sagen Spuren über uns? Wie lässt sich ästhetische Wahrheit im Alltäglichen finden, ohne dessen Einfachheit zu verleugnen?
*1994 Ermont, Frankreich
lebt und arbeitet in Dresden
seit 2024 Leitung der Keramik-Werkstatt im riesa efau
seit 2019 selbständige Tätigkeit als freischaffende Künstlerin
2016-2019 Doppeldiplom im Bauingenieurwesen an der TU Dresden
2012-2016 Studium des Bauingenieurwesens an dem INSA Straßburg
